(E-)Carsharing im ländlichen Raum

 

Carsharing-Modelle haben in Ballungsräumen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Fahrzeuge der Anbieter

„Share Now“, „ÖBB Rail & Drive“ und dergleichen sind mittlerweile fixe Bestandteile des Wiener Stadtverkehrs. Die Gründe für den
zunehmenden Erfolg des Carsharings sind vielfältig: Allen voran hat die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung (z. B. Buchung und Bezahlung spontan via App) die Nutzung des Carsharings einfacher und kostengünstiger gemacht.

 

Wie sieht die Sache im ländlichen Raum aus?
Der Verein „Fahrvergnügen“ www.fahrvergnuegen.at hat sich zur Aufgabe gemacht, ein ähnliches Angebot auch in dünn besiedelten Regionen auf die Beine zu stellen. Die Eckdaten:

  • Der Verein stellt ein Elektroauto zur Verfügung, das auf den Verein angemeldet ist, und übernimmt sämtliche laufende Kosten.
  • Das Fahrzeug kann von den Mitgliedern gemietet werden, wobei es verschiedene Tarifmodelle gibt, die sich aus einem monatlichen Fixbetrag und einer zeitabhängigen Nutzungsgebühr zusammensetzen. Eine Abrechnung nach Kilometern erfolgt nicht.
  • Der Mindestumsatz beträgt derzeit EUR 15.000 pro Jahr, für den die Gemeinde oder jemand anders eine Ausfallshaftung übernehmen müsste.

Laut Auskunft des Vereins rentiert sich die Kooperation, wenn sich mindestens 20 Leute ein Fahrzeug teilen, die idealerweise in einer größeren Wohnhausanlage daheim sind.


Aktuelle Knackpunkte, um dieses Angebot in Drosendorf zu etablieren, sind:

  • Die Höhe der Ausfallshaftung (siehe oben).
  • Das Fahrzeug muss immer dort zurückgestellt werden, wo es auch abgeholt wird. Dieser Platz muss für die Nutzer zu Fuß erreichbar sein, damit das Ganze sinnvoll funktioniert.
  • Das Modell der zeitabhängigen Nutzung rentiert sich für Besorgungen in Horn, Raabs oder Zwettl über die Dauer von ein paar Stunden. Es rentiert sich nicht für Tagesfahrten nach Wien oder um das Auto als Zubringer zum Bahnhof zu benützen.

Der Verein Fahrvergnügen hat in einigen Gemeinden eine Kooperation mit „Essen auf Rädern“ – dadurch ist eine gewisse Grundauslastung vorhanden, allerdings ist das Fahrzeug dann auch tagtäglich über Mittag nicht für andere Benutzer verfügbar.
Fazit: Dieses und ähnliche Angebote sind derzeit für eine Gemeinde mit der Struktur von Drosendorf nicht sinnvoll umsetzbar – das heißt aber nicht, dass das so bleiben muss.