Das Gegenteil von „sanft“

Strandbad Drosendorf aus der Sicht von 4JUU
Strandbad Drosendorf aus der Sicht von 4JUU

Transparenz war noch nie die Stärke der aktuellen Stadtregierung, in Sachen Terrassenbad wurde bislang fast nur hinter verschlossenen Türen beraten.

Dass der Drosendorfer Architekt Karl Gruber an Plänen für ein größeres Hotelprojekt an der Thaya arbeitet, dessen Grundidee von einer Zusammenlegung des Strandbads mit dem Terrassenbad ausgeht, haben wir bereits berichtet. Bürgermeister Josef Spiegl und Karl Gruber wurden im Juli auch bei der Besichtigung des Geländes mit zwei Unbekannten beobachtet, die bereits öfter in Drosendorf gewesen sein dürften – potenzielle Investoren für ein Hotelprojekt, über das öffentlich nicht gesprochen wird. Auf mehrfache Nachfrage beim Bürger-meister, wann denn die Allgemeinheit über diese Pläne informiert werden würde: keine Reaktion. Auch Architekt Karl Gruber ist bislang nicht geneigt, über seine Hotelpläne an der Thaya öffentlich zu sprechen – Investoren sind offenbar ein scheues Volk, das leicht verschreckt werden könnnte.

 

Auf der Website seines Architekturbüros von Karl Gruber, 4JUU, haben wir nun allerdings die Pläne entdeckt. in einer Dimension, die uns einigermaßen sprachlos macht. Machen Sie sich selbst ein Bild: link

 

Viele Fragen ergeben sich daraus für die Frische Liste:

  • Was ist mit der Flächenwidmung und der Baugenehmigung (das Gelände ist kein Bauland und liegt in einer Hochwasserzone)? Wir gehen davon aus, dass ein Profi wie Karl Gruber keine Pläne erstellt, ohne diese Fragen einbezogen zu haben.
  • Wie sieht es mit der Zufahrt aus?
  • Energieversorgung, Abwässer, Umweltschutz, …
  • Wer soll diesen Komplex betreiben?
  • Was für ein Belegungskonzept gibt es für die 64 Hotelzimmer?
  • Wer trägt die Betriebskosten?
  • Was bedeutet so ein Projekt für die bestehenden Beherbergungsbetriebe und für die Gastronomie in Drosendorf?
  • Was hat Drosendorf davon? Oder besser: Hat Drosendorf etwas davon?

Diese Liste ließe sich noch lang fortsetzen. So lange der Bürgermeister sich zu keiner Informationsveranstaltung zu diesem Vorhaben entschließt, sind wir auf Vermutungen angewiesen.

Die Verbindungen von Karl Gruber mit dem Fertighaus-Hersteller ELK wurden ja bereits beim Kindergarten-Neubau in Drosendorf sichtbar. ELK wiederum hat seit 2006 „in Österreich, Deutschland und der Schweiz insgesamt 30 Motel bzw. Hotelprojekte realisiert.“ (Meinbezirk Gmünd 18. November 2014 – auch nimmer ganz neu, eine aktuellere Zahl ließ sich anhand des Portfolios auf den Seiten von elk und elkmotel leider nicht eruieren). Aus unserer Sicht lässt sich ein halbwegs gewinnbringender Betrieb einer solchen Anlage nur durch massenweises Ankarren von 3-Tages Touristen bewältigen – Drosendorf ist nicht Hallstatt, könnte aber noch werden …

Doch vielleicht gibt es ja noch viel pfiffigere Lösungen, auf die wir einfach nicht kommen, weil wir eben nicht informiert werden? So lange dieses Projekt nicht öffentlich vorgestellt wird, werden Gerüchte ihre Runden durch Drosendorf kreisen. Wir fänden Aufklärung besser als Gerüchteküchen.